Arbeitsagentur backt keine kleinen Brötchen

Nie mehr kleine Brötchen backen oder keine Lust mehr auf Brotlose Kunst

Mit diesen claims wirbt die Agentur für Arbeit Recklinghausen für ihr Beratungsangebot und schafft so eine überzeugende Verbindung von Anliegen und Medium. Die Tüten werden entsprechend gezielt bei Bäckern eingesetzt. In den 10 Orten des Landkreises Recklinghausen werben die Brötchentüten in 46 Verlaufsstellen für den Service der Agentur für Arbeit.

Vier literarische Geschichten beleuchten das Anliegen auf ebenso unterschiedliche wie vergnügliche Weise…

Eine extra geschaltete Telefonnr. unterstützt die Rücklaufkontrolle.

Etwas über die Presseresonanz finden Sie hier.

 

Geschichtsträchtige Tüten II

Zu sehen sind mit den aktuellen Tüten: 
links Ingrid Trocka-Hülsken (LVR) und rechts Birgit Konopatzki (evo)

„Die Tüte ist Verpackung und Medium zugleich. Sie transportiert als Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs ganz nebenbei und unterwegs ein bisschen Kultur. Wir gehen hier den Weg: Brötchen, Bilder, Bildung. Unsere Zielgruppe steht an der Ladentheke“, sagt evo-Sprecherin Birgit Konopatzki.

Geschichtsträchtige Tüten

150 Jahre Oberhausen mit der evo

In einer großen Kooperation tragen unser Kunde, die Energieversorgung Oberhausen, und das LVR Industriemuseum Oberhausen 150 Jahre Geschichte in die Stadt der Guten Hoffnung. Auf 80.000 Tüten, die vom Bäcker bis zur Buchhandlung dort zu finden sind, wo es etwas einzupacken gibt, zeigen historische Fotos Eindrücke von den Anfängen der noch jungen Stadt vor 150 Jahren bis heute.

Das Alltagsmedium Papiertüte transportiert den Arbeiteralltag und zeigt auf stimmungsvollen sw-Fotos Impressionen von rauchenden Schloten, von Arbeitern bei der Mittagspause, die neueröffnete Badeanstalt und zwischen frisch aufgehängter Wäsche Fussball spielende Kindern mit der obligatorscher Kohlenhalde. Längst vergangene Tage, geprägt vom Wohl und Wehe der Großindustrie und der Arbeiterkultur.

Ein Stück Erinnerungsarbeit auf einem Alltagsmedium, wie immer, um- und eingesetzt von der Agentur Lesefutter.

Die Energieversorgung Oberhausen demonstriert mit der Kampagne erneut ihren engagierten Einsatz für Kultur und Geschichte der Stadt Oberhausen.

Die Ausstellung Stadt der Guten Hoffnung – Bilder aus Oberhausen präsentiert noch bis Ende September die Geschichte Oberhausens in historischen Fotos.

3-Löwen-Jagd des NVBW 2012 mit Lesefutter-Tüten

Es ist soweit! 2012 ist Lesefutter erstmalig im Mediamix dabei und unterstützt die große 3-Löwen-Jagd im Ländle mit vielen hunderttausend Tüten für Baden-Württemberg. Die Bäckertüten gehen buchstäblich weg wie warme Semmeln und Lesefutter kann für den Nahverkehrsverbund Baden Württemberg (NVBW) noch einmal nachdrucken lassen.

Für jeden der fünf Spielorte hat Lesefutter eine Kurzgeschichte schreiben lassen, die sich auf die jeweilige Stadt bezieht. Fünf namhafte Autoren und Autorinnen aus dem Ländle haben sich ordentlich ins Zeug gelegt. Herausgekommen sind fünf Geschichten von Krimi bis Liebesgeschichte von Schwäbisch Hall bis Friedrichshafen.

Zur Feder gegriffen haben: Anna Breitenbach, Olaf Nägele, Jürgen Seibold, Achim Stegmüller, Klaus Wanninger

Online illustrieren die Kurzgeschichten die fünf Orte und verführen zum weiteren Verweilen auf der 3-Löwen-Jagd-website:
Friedrichshafen
Horb am Neckar
Ulm
Schwäbisch Hall
Stuttgart

5 Theaterstücke – 80.000 Tüten

5 Theaterstücke, 80.000 Tüten, 50 Geschäfte, 1 Stadttheater, 1 Stadtwerke, 1 Agentur – Wie macht man aus diesen Zutaten eine aufregende Marketing-Aktion??

Ganz einfach: Man nehme eine erfahrene Agentur, z.B. Lesefutter aus Bremen z.B. beauftragt durch die lokalen Stadtwerke z.B. die Energieversorgung Oberhausen und ein tolles Theater z.B. das Theater Oberhausen.

Dann bitte man die Dramaturgie des Theaters fünf Stücke auszuwählen und lasse den Lektor und das Theater geeignete Stückauszüge suchen. Die Agentur verbindet das alles mit Logos und Anzeigenmotiven und während die 80.000 Tüten produziert werden, spricht sie mit den 50 Geschäften. Dann kommt noch pünktliche Auslieferung hinzu, in diesem Falle mit Gogreen, weil’s gut ist für das Klima und schon kann’s losgehen…in Oberhausen. Und natürlich auch woanders…

Höhlengrabungen in Karlsruhe

aus der Pressemitteilung:
„Neben unseren üblichen Werbemaßnahmen haben wir uns dieses Jahr bewusst noch zusätzlich für ein anderes Medium entschieden, um auf die KAMUNA mit ihrem neuen Layout aufmerksam zu machen. Wir sprechen mit dieser Tüte zielgenau unser Publikum an (…)“, erläutert Dr. Felicia Sternfeld, Gesamtkoordinatorin der 13. KArlsruher MUseumsNAcht.

In über 40 Bäckereien, Reformhäusern, Naturkostläden, Apotheken und Buchhandlungen werden derzeit in Karlsruhe und Umgebung rund 50.000 LESEFUTTER-Tüten platziert und verteilt. Diese werben auf der einen Seite für die KAMUNA, auf der anderes Seite der Tüte finden die Leser neben einer Anzeige des Sponsors RÖSER einen kurzen poetischen Text der in Stuttgart lebenden Autorin Susanne Stephan. Mit ihren Zeilen ‚Höhlengrabung’ nimmt sie feinsinnig Bezug auf das, was in einem Museum zu finden ist.

Die Pressemitteilung findet sich hier

10% Kundenzuwachs für Jena

Die erfolgreichsten Lesefutterer des Jahres 2010 waren die Stadtwerke Jena -Pößneck mit 10% Kundenzuwachs während der Lesefutter-Laufzeit. Wo es etwas zu verpacken gab, waren die Lesefutter-Tüten im Einsatz: Bäcker, Fleischer, Kiosk Buchhandel oder Naturkostladen. 6 Wochen warben die Lesefutter-Tüten mit dem Kampagnenmotiv und Texten zu Wärme und Heizen für den Erdgaslieferanten aus Jena. 10% mehr Kunden waren die Belohnung für die Stadtwerke Jena.

Ein Gedicht für Erdgas aus Jena

Von Heizungen, Holzland und Honigseen

oder wie ein Gedicht für Lesefutter entsteht

Ein Brief-Blog-Roman von Anna Breitenbach

MAIL 1 Jens Gantzel via Autorenverteiler



Liebe Autoren,

es gibt ein neues Thema für eine geplante Tüten-Auflage…

So meldet sich Jens, und ich lese, was es diesmal sein soll:

Man fühlt sich wohl in der behaglichen Atmosphäre des eig. Heims…

Schön, sich in gemütliche warme Räume zurückziehen zu können…

Komfort im eigenen Heim genießen…

Im Gegensatz zu einem meiner letzten Aufrufe ist es diesmal mehr der private als der öffentliche Rahmen, um den es geht. Falls es im Text einen Bezug zu „wärmenden Dingen“ konkret gibt: Erdgas: super! Öl, Strom… ungünstig.

Und die Kerzen, der Kamin und die Decke bis zu den Ohren sind zwar schöne literarische Motive, aber in dieser Auflage ohne Chance.

Okay, denke ich, keine Kerzen, keine Decke, kalte Kiste. Und bei Aufrufen dieser Art schau ich halt, was ich so im Ordner hab. Heizungsgedicht? eigentlich nicht. Aber interessanterweise, als hätte man nicht ungern mal wieder eine Hausaufgabe und müsste sich nicht immer alles selber ausdenken, Frage und! die Antwort, taucht aus dem undurchsichtigen, unbewussten Untergrund dann manchmal ein Anfang, eine Zeile auf, wie gerufen. Die Heizung ist wie das Herz einer Wohnung. Schon seh ich ein blutrotes, heißes Heizungsherz vor mir, wie es schlägt und schlägt im Brustkorb der Wohnung …Schon ist das ganze Gedicht da und auf dem Weg zu Jens und Lesefutter.

frozen angel

die heizung ist wie das

herz einer wohnung

fällt sie aus wird es still

– sterbenskalt im haus –

bald ewiges eis um mich

herum in dem steh ich

tiefgefroren steiftot rum

springt sie dann wieder

an! – dank ich sehr

sanitär- und heizungsmann

Nicht unstolz war ich auf den Reim mit Sanitär – wie ohne diese thematische Ermunterung wäre ich auf den gekommen, vielleicht nie. Obwohl ich neulich auch, von ganz allein!, Strafzettel auf heavy metal reimte.

MAIL 2 Jens Gantzel an Anna Breitenbach

Liebe Anna:

Die Grundidee (Heizung als Herz einer Wohnung) ist a) sehr passend für diese Auflage und b) hat’s ja auch literarisch was.

Allerdings könnte ich’s so wie es ist wegen der letzten 3 Zeilen mit Sicherheit nicht auswählen und wäre insgesamt über eine Ausrichtung mehr auf Fülle als auf Mangel froh. (Anna: wer nicht!)

MAIL 3 Anna Breitenbach an Jens Gantzel

Lieber Jens,

hier kommt tatsächlich eine weniger frostige Version. Das mach ich auch nur für Lesefutter, meines Wissens – Gedicht auf Bestellung, aber geht verblüffenderweise – das mobile lyrische Einsatzkommando! Also schaus an – kann auch noch weiter bearbeitet werden, solls noch wärmer sein, eine Stufe höher?

man at work

die heizung ist wie das

herz einer wohnung

sie läuft unbemerkt im

besten falle lautlos

legt der kleine einge-

baute heizungsmann

unermüdlich nach

MAIL 4 Jens Gantzel an Anna Breitenbach

Liebe Anna,

schönes Gedicht! Gefällt mir sehr …

Anna zu Anna: Na, geht doch!



… Deinen Text ‚man at work‘ habe ich jetzt für die kommende Lesefutter-Auflage ausgewählt. Der Text kommt dann Mitte November in einer Auflagenhöhe von 12.000 Stück im Burgenlandkreis und Saale-Holzland-Kreis (zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt, Einzugsgebiet Jena) unter die Leser.

MAIL 5 Anna Breitenbach an Jens Gantzel

Lieber Jens,

das freut den Autor und „man at work“. Saale-Holzland-Kreis – wer hätte je davon gehört? – wie vom Honigsee. Ich nicht. Manchmal fallen die Funde eben wie Früchte unerwartet in den Schoß. Wie hier, quasi ein Mitschnitt eines rein geschäftlichen Telefonats:

enttäuschende Gegend

Nebeltal

Jürgen Nebeltal

sagt er am Telefon

und seine Adresse

24211 Honigsee

halt! ruft er als er hört

wie süß und schwer

mir das Wort aus dem

Mund tropft

halt! so ist das nicht

intensive Landwirtschaft

Abwässer Altlasten

ein trübes Gewässer der

Honigsee der heißt nur so

nicht was Sie denken

und Nebeltal? frag ich

schreibt Anna B. aus E.

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Das Gedicht ‚man at work‘ erschien im Herbst 2010 innerhalb der Lesefutter-Kampagne für die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH